Bevor Sie Ihrem Kind Hafermilch geben: Diese Phosphate und Zusatzstoffe belasten den Organismus mehr als gedacht

Hafermilch hat sich in den letzten Jahren von einem Nischenprodukt zu einem festen Bestandteil vieler Familienhaushalte entwickelt. Besonders Eltern greifen gerne zu pflanzlichen Milchalternativen, wenn sie ihren Kindern eine andere Option bieten möchten. Doch ein genauer Blick auf die Zutatenliste offenbart manchmal eine überraschende Vielfalt: Einige dieser Produkte enthalten mehr als nur Hafer und Wasser.

Die Grundlage eines einfachen Hafergetränks

Hafermilch basiert tatsächlich auf einer simplen Mischung aus Hafer und Wasser. In vielen Fertigprodukten kommen allerdings weitere Zutaten hinzu, um Konsistenz, Haltbarkeit, Geschmack oder Nährwertprofil zu optimieren. Diese Zusätze werden nicht immer transparent kommuniziert oder erscheinen unter Bezeichnungen, die Verbraucher nicht sofort einordnen können.

Für Eltern, die bewusst auf die Ernährung ihrer Kinder achten, wird die Produktauswahl damit zur Herausforderung. Während die Verpackung mit natürlichen Bildern und gesundheitsbezogenen Aussagen lockt, erzählt die Zutatenliste manchmal eine ausführlichere Geschichte. Die gute Nachricht vorweg: Tests zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der Hafermilchprodukte sehr gut abschneidet. Von 32 getesteten Haferdrinks erhielten 27 die Bewertung „sehr gut“, und in keinem wurden Schadstoffe nachgewiesen.

Welche Zusatzstoffe sich in Hafermilch finden lassen

Die Bandbreite an Zusatzstoffen in Hafergetränken variiert stark zwischen den Produkten. Einige dienen technologischen Zwecken, andere sollen das Nährwertprofil verbessern. Nicht alle sind per se bedenklich, doch Eltern sollten wissen, was genau im Glas ihrer Kinder landet.

Stabilisatoren und Verdickungsmittel

Gellan oder Guarkernmehl sorgen dafür, dass sich die Hafermilch nicht absetzt und eine cremige Konsistenz behält. Diese Substanzen werden aus verschiedenen natürlichen Quellen gewonnen, durchlaufen jedoch industrielle Verarbeitungsprozesse. Gellan ist ein pflanzliches Geliermittel, das in vielen Produkten zum Einsatz kommt. Bei den meisten Kindern sind diese Stabilisatoren unbedenklich, allerdings reagieren manche Kinder mit empfindlichem Verdauungssystem sensibel auf bestimmte Zusätze.

Säureregulatoren und Phosphate

Dipikaliumphosphat oder Calciumphosphat tauchen häufig in der Zutatenliste auf. Sie regulieren den pH-Wert und verbessern die Stabilität. Phosphate sind zwar auch natürlich in Lebensmitteln vorhanden, doch die zusätzliche Aufnahme durch verarbeitete Produkte kann in großen Mengen problematisch werden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit schätzt, dass Europäer etwa 30 Prozent ihrer Phosphate über Zusatzstoffe in Lebensmitteln aufnehmen. Besonders Menschen mit Nierenerkrankungen sollten bei zugesetzten Phosphaten Vorsicht walten lassen, da große Mengen die Nieren belasten können.

Zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe

Viele Hafermilchprodukte werden mit Calcium, Vitamin D, Vitamin B12 oder Vitamin B2 angereichert. Auf den ersten Blick erscheint dies positiv, besonders wenn Hafermilch als Ersatz für Kuhmilch dienen soll. Wichtig zu wissen: Bio-Produkte dürfen nicht angereichert werden. Dies ist ein Nachteil, wenn es um die Versorgung mit Calcium, Jod, Vitamin B12 und B2 geht. Zudem entsteht bei Eltern manchmal der Eindruck, das Produkt sei automatisch ausreichend nährstoffreich, obwohl eine ausgewogene Ernährung mit verschiedenen Lebensmitteln die bessere Strategie bleibt.

Warum gerade bei Kinderprodukten Aufmerksamkeit sinnvoll ist

Der Organismus von Kindern befindet sich noch in der Entwicklung. Ihre Verdauungssysteme, ihr Stoffwechsel und ihre Entgiftungsfähigkeiten sind noch nicht vollständig ausgereift. Was für Erwachsene möglicherweise unbedenklich ist, kann bei Kindern gelegentlich stärkere Reaktionen hervorrufen.

Besonders relevant wird dies, wenn Hafermilch Kuhmilch vollständig ersetzt. In diesem Fall verlassen sich Eltern darauf, dass das Alternativprodukt ähnliche Nährstoffe liefert. Der Nährstoffgehalt von Pflanzendrinks ist jedoch nicht mit dem von Kuhmilch vergleichbar, und eine ausgewogene Ernährung mit verschiedenen Lebensmitteln sollte im Vordergrund stehen.

Hinzu kommt das Geschmackstraining: Kinder, die früh an gesüßte Getränke gewöhnt werden, entwickeln andere Geschmackspräferenzen als jene, die natürliche, unverfälschte Produkte kennenlernen. Viele Hafermilchprodukte enthalten allerdings keinen Zuckerzusatz, was positiv zu bewerten ist.

So erkennen Eltern passende Produkte

Mit etwas Übung lässt sich ein gutes Produkt schnell identifizieren. Konzentrieren Sie sich auf die Rückseite der Verpackung statt auf Marketing-Aussagen vorne. Eine kurze Zutatenliste ist meist ein gutes Zeichen. Ideal sind Produkte, die lediglich Hafer, Wasser und maximal Salz sowie ein hochwertiges Pflanzenöl enthalten. Produkte wie Allos Hafer ungesüßt und Alnatura Haferdrink ungesüßt haben in Tests hervorragend abgeschnitten und wiesen keine Pestizide oder weitere Mängel auf.

Alle Substanzen mit E-Nummern oder komplizierten chemischen Bezeichnungen sollten Sie kritisch hinterfragen. Allerdings ist wichtig zu wissen: Alle Zusatzstoffe und Verarbeitungshilfsmittel in Lebensmitteln unterliegen strengen Vorschriften und Sicherheitsstandards. Zutaten werden nach Gewichtsanteil sortiert, also wenn Zucker weit vorne steht, ist viel davon enthalten. Manche Hersteller verwenden mehrere Zuckerarten, die dann einzeln weiter hinten auftauchen, obwohl die Gesamtmenge hoch sein kann. Achten Sie auf Bezeichnungen wie Reissirup, Agavendicksaft, Dextrose oder Maltodextrin.

Nicht jede Anreicherung ist automatisch notwendig. Fragen Sie sich: Braucht mein Kind diese zusätzlichen Nährstoffe wirklich aus diesem Produkt, oder erhält es sie bereits aus anderen Quellen? Eine ausgewogene Ernährung mit verschiedenen Lebensmitteln ist meist die bessere Strategie als stark angereicherte Einzelprodukte. Biologisch zertifizierte Produkte dürfen weniger Zusatzstoffe enthalten, und die Mehrheit der Hersteller verzichtet bei Bio-Hafermilch tatsächlich weitgehend auf Zusatzstoffe.

Alternativen und praktische Lösungen für den Alltag

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann Hafermilch selbst herstellen. Das Grundrezept ist denkbar einfach: Haferflocken mit Wasser mixen, abseihen, fertig. Der Aufwand hält sich in Grenzen, und die Kontrolle über die Zutaten ist vollständig. Für berufstätige Eltern ist dies möglicherweise nicht täglich realisierbar. In diesem Fall lohnt sich die Investierung von Zeit, um verschiedene Produkte zu vergleichen und jenes zu finden, das den eigenen Ansprüchen genügt.

Eine weitere Überlegung: Hafermilch muss nicht zwingend die einzige Milchalternative sein. Eine Rotation zwischen verschiedenen pflanzlichen Optionen kann sowohl geschmackliche Abwechslung bieten als auch das Risiko einer einseitigen Nährstoffaufnahme reduzieren. Wichtig zu beachten: Hafermilch enthält natürlicherweise Gluten und ist daher nicht für Menschen mit Zöliakie geeignet.

Was Eltern wirklich wissen müssen

Die Entscheidung für oder gegen bestimmte Zusatzstoffe ist keine Schwarz-Weiß-Frage. Viele dieser Substanzen sind zugelassen und gelten als sicher. Tests zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der Hafermilchprodukte ohne Beanstandungen abschneidet. In keinem getesteten Haferdrink wurden Schadstoffe nachgewiesen, was für die hohe Qualität dieser Produktkategorie spricht.

Dennoch macht es einen Unterschied, ob ein Kind täglich mehrere hundert Milliliter eines stark verarbeiteten Produkts konsumiert oder ob Hafermilch nur gelegentlich zum Einsatz kommt. Besondere Aufmerksamkeit ist geboten bei Kindern mit Allergien, Unverträglichkeiten, Zöliakie oder Verdauungsproblemen. Was bei gesunden Kindern keine Reaktion hervorruft, kann bei empfindlichen Kindern durchaus Beschwerden verursachen.

Mit wachsendem Verbraucherbewusstsein reagieren immer mehr Anbieter und bringen Produkte mit reduzierter Zutatenliste auf den Markt. Die Nachfrage bestimmt das Angebot, und informierte Verbraucher können durch ihre Kaufentscheidungen aktiv Einfluss nehmen. Hafermilch kann eine wertvolle Ergänzung in der Kinderernährung sein, sofern sie bewusst ausgewählt wird. Der Blick auf die Zutatenliste dauert nur wenige Sekunden und hilft dabei, ein Produkt zu finden, das zu den individuellen Bedürfnissen der Familie passt.

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