Stell dir vor, wie du gemeinsam mit deinen besten Freunden durch endlose Weinberge schlenderst, während die Andenkordillere als majestätische Kulisse am Horizont thront. Genau das erwartet dich in Mendoza, der argentinischen Weinhauptstadt, die im Januar ihre schönsten Seiten zeigt. Während in Europa der Winter regiert, herrscht hier Hochsommer – perfekt, um die Region in ihrer ganzen Pracht zu erleben. Das Beste daran? Mendoza lässt sich überraschend günstig bereisen, wenn man weiß, wie.
Warum Mendoza im Januar genau die richtige Wahl ist
Der Januar ist nicht nur der sonnigste Monat in Mendoza, sondern auch die Zeit der legendären Weinlese-Feste. Die Temperaturen klettern auf angenehme 30 Grad, die Tage sind lang und die Atmosphäre pulsiert vor Energie. Die Stadt erwacht zum Leben, und überall spürst du die Vorfreude auf die kommende Ernte. Mit einer Gruppe von Freunden erlebst du Mendoza besonders intensiv – die gemeinsamen Verkostungen, spontanen Picknicks unter Platanen und nächtlichen Gespräche unter dem südlichen Sternenhimmel werden zu unvergesslichen Erinnerungen.
Die Stadt und ihre versteckten Schätze entdecken
Das Herzstück Mendozas ist der Parque General San Martín, eine grüne Oase, die größer ist als manche europäische Hauptstadt. Hier könnt ihr kostenlos spazieren gehen, auf den Cerro de la Gloria wandern und von oben einen spektakulären Blick über die Stadt und die Anden genießen. Der Aufstieg dauert etwa eine Stunde und kostet nichts außer etwas Schweiß – absolut lohnenswert für das Panorama.
Die Innenstadt selbst ist ein Schachbrettmuster aus schattigen Alleen und lebendigen Plazas. Die Plaza Independencia bildet das Zentrum, umgeben von vier weiteren Plätzen, die alle ihre eigene Persönlichkeit haben. Besonders am späten Nachmittag, wenn die Hitze nachlässt, verwandeln sich diese Orte in soziale Treffpunkte. Schnapp dir mit deinen Freunden ein paar empanadas von einem Straßenstand für etwa 1,50 Euro pro Stück und beobachtet das bunte Treiben.
Weinregion für Sparfüchse
Mendoza ohne Weingüter zu besuchen wäre wie Paris ohne Eiffelturm – undenkbar. Doch hier kommt der Clou: Viele kleinere Bodegas bieten kostenlose oder sehr günstige Verkostungen an, besonders wenn ihr mit dem Fahrrad kommt. Die Weinregionen Maipú und Luján de Cuyo liegen nur 15 bis 30 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und sind perfekt für Radtouren geeignet.
Fahrräder könnt ihr bereits ab etwa 8 Euro pro Tag mieten. Startet früh am Morgen, um der Mittagshitze zu entkommen, und plant eure Route so, dass ihr vier bis fünf Weingüter besuchen könnt. Viele Bodegas verlangen nur 3 bis 5 Euro für eine Verkostung von fünf verschiedenen Weinen – ein Bruchteil dessen, was ihr in Europa zahlen würdet. Zwischen den Stopps könnt ihr durch malerische Landschaften radeln, wo Pappelreihen Schatten spenden und Weinreben bis zum Horizont reichen.
Die unterschätzten Olivenöl-Produzenten
Was viele nicht wissen: Mendoza produziert nicht nur exzellenten Wein, sondern auch hervorragendes Olivenöl. Einige Produzenten bieten Verkostungen an, die oft völlig kostenlos sind. Es ist eine willkommene Abwechslung zu den Weindegustationen und zeigt eine weitere Facette der Region.
Abenteuer in den Anden
Der Aconcagua, mit 6.962 Metern der höchste Berg Amerikas, liegt praktisch vor der Haustür Mendozas. Während die Besteigung selbst Wochen dauert und spezielles Equipment erfordert, könnt ihr den gleichnamigen Nationalpark für umgerechnet etwa 10 Euro besuchen. Verschiedene Wanderwege führen zu spektakulären Aussichtspunkten, von denen ihr den gewaltigen Berg in seiner ganzen Pracht bewundern könnt.
Eine günstigere Alternative ist der Cerro Arco, ein weniger bekannter Berg etwa 90 Kilometer von der Stadt entfernt. Die Wanderung ist anspruchsvoll, aber machbar, und führt durch eine Landschaft, die sich ständig verändert – von karger Wüste über bunte Gesteinsformationen bis zu schneebedeckten Gipfeln.
Clever fortbewegen
Das öffentliche Bussystem in Mendoza ist zuverlässig und extrem günstig. Eine Fahrt kostet etwa 0,40 Euro, und die Busse fahren regelmäßig zu allen wichtigen Punkten. Für Ausflüge in die Weinregionen könnt ihr Sammeltransporte nutzen, die deutlich günstiger sind als private Touren – rechnet mit etwa 5 bis 8 Euro pro Person und Fahrt.

Innerhalb der Stadt sind die Entfernungen überschaubar. Die meisten Sehenswürdigkeiten lassen sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen. Die Stadt verfügt über ein wachsendes Netz an Fahrradwegen, und das flache Terrain macht das Radfahren angenehm.
Übernachten ohne das Budget zu sprengen
Mendoza bietet eine große Auswahl an günstigen Unterkünften, die perfekt für Freundesgruppen sind. Hostels mit Mehrbettzimmern kosten im Januar zwischen 10 und 15 Euro pro Nacht. Viele davon haben Gemeinschaftsküchen, wo ihr selbst kochen könnt, sowie gemütliche Außenbereiche mit Grills – ideal für gesellige Abende.
Wenn ihr lieber mehr Privatsphäre möchtet, findet ihr einfache Apartments für vier Personen ab etwa 40 Euro pro Nacht. Das lohnt sich besonders für längere Aufenthalte und wenn ihr die lokalen Märkte nutzen wollt, um selbst zu kochen. Die Nachbarschaften rund um die Plaza Independencia sind zentral gelegen und gut angebunden.
Kulinarisch clever unterwegs
Die argentinische Küche ist ein Fest für Fleischliebhaber, muss aber nicht teuer sein. Kleine parrillas (Grillrestaurants) in Wohnvierteln servieren großzügige Portionen für 8 bis 12 Euro. Ein bife de chorizo ist oft so groß, dass ihr es problemlos teilen könnt.
Der Mercado Central ist ein Geheimtipp für frische Lebensmittel zu lokalen Preisen. Hier bekommt ihr frisches Obst, Gemüse, Käse und Fleisch für einen Bruchteil dessen, was touristische Geschäfte verlangen. Organisiert ein Asado (argentinisches Barbecue) in eurem Hostel – Fleisch, Wein und Beilagen für vier Personen kosten zusammen kaum mehr als 30 Euro, und das Erlebnis ist unbezahlbar.
Zum Frühstück solltet ihr die lokalen Bäckereien aufsuchen. Medialunas (argentinische Croissants) kosten etwa 0,30 Euro pro Stück, und zusammen mit einem Kaffee für unter 1 Euro seid ihr perfekt in den Tag gestartet.
Versteckte Erlebnisse abseits der Massen
Der Cañón del Atuel ist ein atemberaubendes Naturwunder etwa 200 Kilometer südlich von Mendoza. Die farbenfrohen Felsformationen und der türkisfarbene Fluss schaffen eine surreale Landschaft. Öffentliche Busse bringen euch für etwa 8 Euro hin und zurück. Vor Ort könnt ihr wandern, schwimmen oder einfach die bizarre Schönheit auf euch wirken lassen.
Ein weiterer Geheimtipp sind die Thermalquellen von Cacheuta, etwa 40 Kilometer westlich der Stadt. Der Eintritt zu den öffentlichen Becken kostet rund 12 Euro, und nach einem langen Tag voller Aktivitäten gibt es kaum etwas Entspannenderes, als im warmen Wasser zu liegen und auf die beleuchteten Berge zu blicken.
Praktische Insider-Tipps
Ladet euch eine lokale SIM-Karte auf – für etwa 10 Euro bekommt ihr genug Datenvolumen für eine Woche. Das macht die Navigation und Kommunikation deutlich einfacher. Die Mittagshitze im Januar kann intensiv sein, plant eure Aktivitäten daher für die Morgen- und Abendstunden. Zwischen 13 und 17 Uhr eignet sich eine Siesta im Park oder am Pool eures Hostels perfekt.
Trinkwasser aus der Leitung ist in Mendoza grundsätzlich sicher, dennoch bevorzugen viele Reisende Mineralwasser. Eine 2-Liter-Flasche kostet im Supermarkt etwa 0,60 Euro. Sonnenschutz ist unverzichtbar – die UV-Strahlung in dieser Höhe und Breite ist nicht zu unterschätzen.
Die Atmosphäre in Mendoza im Januar ist elektrisierend. Die Kombination aus perfektem Wetter, exzellentem Wein, beeindruckender Natur und der entspannten argentinischen Lebensart schafft den idealen Rahmen für einen unvergesslichen Trip mit Freunden. Mit etwas Planung und den richtigen Tricks wird diese Reise nicht nur ein Abenteuer fürs Leben, sondern auch eine angenehme Überraschung für eure Reisekasse.
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