Diese Telegram-Funktion kennen die wenigsten: Warum du ab sofort mehrere Accounts parallel nutzen solltest

Die meisten Messenger zwingen ihre Nutzer dazu, für jeden zusätzlichen Account eine separate App zu installieren oder sich ständig ab- und wieder anzumelden. Telegram geht hier einen deutlich eleganteren Weg: Die App unterstützt die parallele Nutzung von mehreren Accounts in einer einzigen Installation. Kostenlose Nutzer können bis zu drei Accounts verwalten, während Premium-Nutzer sogar vier Accounts gleichzeitig nutzen können. Was zunächst wie eine Nischenfunktion klingt, entpuppt sich im Alltag als erstaunlich praktisches Feature, das viele Nutzer gar nicht kennen oder dessen volles Potenzial sie nicht ausschöpfen.

Warum überhaupt mehrere Telegram-Accounts?

Bevor wir uns der technischen Umsetzung widmen, lohnt sich ein Blick auf die praktischen Anwendungsfälle. Die Trennung zwischen beruflicher und privater Kommunikation ist wohl der offensichtlichste Grund. Wer kennt nicht die Situation, in der Kollegen und Kunden die private Nummer erhalten haben und man plötzlich am Sonntagabend Arbeitsanfragen bekommt?

Doch es gibt weitere sinnvolle Szenarien: Freiberufler jonglieren häufig mit verschiedenen Projekten und Kundengruppen. Content-Creator nutzen separate Accounts für ihre Community-Verwaltung. Manche Menschen führen einen Account in ihrer Muttersprache und einen weiteren für internationale Kontakte. Auch die Verwaltung von Gruppen oder Channels profitiert von dieser Aufteilung, besonders wenn man administrative Aufgaben von persönlichen Gesprächen trennen möchte.

So richtest du mehrere Accounts in Telegram ein

Die Einrichtung zusätzlicher Accounts ist erfreulich unkompliziert. Öffne zunächst das Hauptmenü der Telegram-App, indem du auf die drei horizontalen Linien tippst – meist oben links zu finden. Am unteren Rand dieses Menüs entdeckst du die Option „Account hinzufügen“ oder „Weiteres Konto hinzufügen“.

Nach dem Antippen wirst du durch den gewohnten Anmeldevorgang geführt: Telefonnummer eingeben, Bestätigungscode empfangen und verifizieren. Innerhalb weniger Sekunden ist der zweite Account einsatzbereit. Den Vorgang kannst du für einen dritten Account wiederholen. Premium-Nutzer haben die Möglichkeit, sogar einen vierten Account hinzuzufügen und somit noch mehr Flexibilität bei der Organisation ihrer Kommunikation zu genießen.

Der geniale Wechsel-Trick

Hier kommt der eigentliche Clou der Funktion: Du musst nicht jedes Mal umständlich durchs Menü navigieren, um zwischen deinen Accounts zu wechseln. Öffne das Hauptmenü über die drei horizontalen Linien oben links, und halte dann dein Profilbild im Menü gedrückt. Alternativ kannst du auch auf den kleinen Pfeil neben deinem Profilbild tippen. Es erscheint sofort eine Schnellauswahl deiner konfigurierten Accounts, zwischen denen du mit einem Fingertipp hin- und herspringen kannst.

Diese scheinbar kleine Geste macht den Unterschied zwischen einer theoretisch vorhandenen und einer tatsächlich genutzten Funktion aus. Der Wechsel dauert weniger als eine Sekunde und unterbricht den Kommunikationsfluss kaum. Telegram hat hier verstanden, dass Features nur dann Mehrwert bieten, wenn ihre Bedienung intuitiv und schnell ist.

Unterschiede zwischen den Plattformen

Die Multi-Account-Funktion steht auf allen gängigen Plattformen zur Verfügung – iOS, Android und auch in den Desktop-Versionen für Windows, macOS und Linux. Allerdings gibt es subtile Unterschiede in der Bedienung.

Auf dem Desktop aktivierst du die Schnellauswahl durch einen Rechtsklick auf dein Profilbild oder über Tastaturkürzel. Die Web-Version von Telegram unterstützt ebenfalls mehrere Accounts, wobei die Navigation hier über ein Dropdown-Menü erfolgt. Die mobile Version bleibt jedoch die eleganteste Umsetzung, da der Zugriff auf die Account-Auswahl motorisch besonders schnell erfolgt.

Praktische Tipps für die Organisation

Um den Überblick zu behalten, empfiehlt sich eine klare visuelle Differenzierung der Accounts. Verwende unterschiedliche Profilbilder und stelle sicher, dass die Namen eindeutig sind. Telegram zeigt beim Wechsel zwar den Namen und die Telefonnummer an, aber im Eifer des Gefechts kann man dennoch versehentlich eine Nachricht vom falschen Account verschicken.

Eine bewährte Strategie ist die Farbcodierung: Wähle für deinen beruflichen Account ein Profilbild in Blautönen, für den privaten Account warme Farben wie Orange oder Rot. Diese visuellen Anker helfen dem Gehirn, schneller zu erfassen, in welchem Modus du dich gerade befindest.

Benachrichtigungen gezielt steuern

Jeder Account verfügt über separate Benachrichtigungseinstellungen – eine unterschätzte Funktion. Du erhältst Mitteilungen zu allen neuen Nachrichten, die für die verschiedenen Accounts eingehen, es sei denn, du änderst dies im Einstellungsmenü. Du kannst beispielsweise den Arbeitsaccount so konfigurieren, dass er außerhalb der Geschäftszeiten stumm bleibt, während dein privater Account durchgehend Benachrichtigungen sendet. Diese Granularität findest du in den Einstellungen unter „Mitteilungen und Töne“, wo du für jeden Account individuelle Regeln definieren kannst.

Besonders clever: Du kannst verschiedene Benachrichtigungstöne zuweisen. So erkennst du bereits am Sound, ob eine berufliche oder private Nachricht eingegangen ist, ohne aufs Display schauen zu müssen.

Datenschutz und Sicherheit im Blick behalten

Ein wichtiger Aspekt, den viele übersehen: Jeder Account sollte unabhängig mit Sicherheitsmaßnahmen ausgestattet werden. Die aktiven Sitzungen kannst du für jeden Account einzeln einsehen und verwalten. Gerade bei mehreren Accounts ist es ratsam, regelmäßig zu prüfen, wo und auf welchen Geräten du angemeldet bist. Diese Übersicht findest du unter „Einstellungen“ und dann im Bereich „Datenschutz“ bei den aktiven Sitzungen.

Grenzen der Multi-Account-Funktion

So praktisch das Feature ist, es gibt Einschränkungen. Wer mehr als die erlaubte Anzahl benötigt, muss zu alternativen Lösungen wie separaten Apps oder der Parallel-Space-Technologie auf Android greifen. Außerdem werden Medien und Cache-Daten aller Accounts gemeinsam gespeichert, was bei intensiver Nutzung zu einem erhöhten Speicherverbrauch führen kann.

Account-übergreifende Suchen sind nicht möglich. Wenn du nach einer bestimmten Nachricht suchst, musst du wissen, in welchem Account sie sich befindet. Auch das Verschieben von Chats oder Kontakten zwischen Accounts ist technisch nicht vorgesehen – jeder Account bleibt eine separate Instanz mit eigenen Daten.

Alternativen für Power-User

Wer mehr als die vorgesehene Anzahl an Accounts benötigt, findet auf Android Apps wie „Parallel Space“ oder „Multiple Accounts“, die Telegram klonen und in separaten Umgebungen ausführen. Einige Android-Geräte bieten auch eine integrierte Funktion namens „Dual Messenger“ an, die ähnliche Möglichkeiten bietet. Diese Lösungen sind allerdings weniger elegant und können Sicherheitsrisiken bergen, da sie tiefgreifenden Zugriff auf die geklonten Apps benötigen.

Eine weitere Option ist die Kombination verschiedener Telegram-Versionen: Die offizielle App, Telegram X und die Web-Version können parallel auf einem Gerät genutzt werden, jeweils mit unterschiedlichen Accounts. Diese Methode ist jedoch umständlicher und bietet nicht die nahtlose Integration der nativen Multi-Account-Funktion.

Die Möglichkeit, mehrere Accounts in einer App zu verwalten, zeigt Telegrams Verständnis für moderne Kommunikationsbedürfnisse. Die Implementierung ist durchdacht, die Bedienung intuitiv und der praktische Nutzen erheblich. Wer beruflich und privat viel über Messenger kommuniziert, sollte diese Funktion unbedingt ausprobieren – das schnelle Wechseln zwischen den Accounts könnte zu einer deiner meistgenutzten Funktionen werden.

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