Dieser kolumbianische Ort kostet weniger als ein Wochenende an der Nordsee und bietet im Januar etwas, das deine Kinder nie vergessen werden

Stell dir vor, wie du mit deinen Kindern durch Straßen läufst, deren Häuser wie aus einem riesigen Malbuch entsprungen scheinen – jede Fassade ein Kunstwerk aus leuchtenden Farben und kunstvollen Reliefs. Genau das erwartet dich in Guatapé, einem kolumbianischen Juwel, das im Januar perfekte Bedingungen für einen unvergesslichen Familienausflug bietet. Während in Europa eisige Temperaturen herrschen, lockt dieses malerische Bergdorf mit angenehmen 20 bis 25 Grad und überwiegend trockenem Wetter – ideal für Outdoor-Aktivitäten mit der ganzen Familie.

Der Januar gilt als einer der besten Monate, um Guatapé zu besuchen. Die Regenwahrscheinlichkeit sinkt deutlich, und die klare Luft beschert spektakuläre Ausblicke über die zerklüftete Seenlandschaft. Für ein Wochenende mit Kindern könnte die Kombination aus Abenteuer, Naturerlebnis und kultureller Entdeckung kaum besser sein.

Der magische Felsen, der Groß und Klein begeistert

Das Herzstück eines jeden Guatapé-Besuchs ist zweifellos El Peñón de Guatapé – ein monumentaler Granitfelsen, der sich 220 Meter aus der Landschaft erhebt. Die Besteigung über 740 in den Fels geschlagene Stufen klingt zunächst anspruchsvoll, doch die Treppe windet sich zwischen den Felsspalten hindurch und bietet regelmäßig Ruheplätze. Selbst mit kleineren Kindern ist der Aufstieg machbar, wenn man sich Zeit lässt und Pausen einplant.

Der Eintrittspreis liegt bei etwa 5 Euro pro Person, und dieser Betrag ist jede einzelne Stufe wert. Oben angekommen, eröffnet sich ein Panorama, das selbst den anstrengendsten Aufstieg vergessen lässt: Der smaragdgrüne Stausee erstreckt sich wie ein riesiges Puzzle aus unzähligen Inseln und Buchten, umgeben von sanften Hügeln. Kinder lieben es, die verschiedenen Formen zu entdecken und sich Geschichten über die verstreuten Inseln auszudenken.

Ein Tipp für Familien: Startet früh am Morgen, wenn die Temperaturen noch angenehm kühl sind und die Touristenströme sich in Grenzen halten. So habt ihr nicht nur bessere Fotomöglichkeiten, sondern auch mehr Platz zum Verweilen auf der Aussichtsplattform.

Das bunteste Dorf Kolumbiens erkunden

Nach dem Felsen-Abenteuer lädt das Dorf selbst zu einer farbenfrohen Entdeckungsreise ein. Die sogenannten Zócalos – handgemalte Relief-Verzierungen an den Hauswänden – erzählen in leuchtenden Farben Geschichten über das Leben der Bewohner, ihre Berufe, Leidenschaften und die Geschichte der Region. Mit Kindern wird der Spaziergang durch die Gassen zum interaktiven Spiel: Wer entdeckt das lustigste Motiv? Welche Farbe kommt am häufigsten vor?

Der zentrale Platz bildet das pulsierende Herz von Guatapé. Hier versammeln sich Einheimische und Besucher gleichermaßen, Straßenmusikanten spielen traditionelle Melodien, und kleine Verkaufsstände bieten lokale Snacks an. Arepas mit Käse kosten hier etwa 1 bis 2 Euro, und die frischen Fruchtsäfte aus exotischen Früchten wie Lulo oder Maracuja gibt es bereits für 1,50 Euro. Diese günstigen Leckereien sind nicht nur köstlich, sondern auch perfekt für den kleinen Hunger zwischendurch.

Bootsfahrten für kleine Entdecker

Der Stausee bietet zahlreiche Möglichkeiten für Wasseraktivitäten, die sich wunderbar für Familien eignen. Vom kleinen Hafen aus starten regelmäßig Bootstouren zu verschiedenen Inseln und Buchten. Eine einstündige Rundfahrt kostet etwa 8 bis 12 Euro pro Person, wobei Kinder oft ermäßigte Preise erhalten. Diese Touren führen euch zu versteckten Badestellen, kleinen Fischerdörfern und bieten eine völlig neue Perspektive auf die beeindruckende Landschaft.

Wer es aktiver mag, kann Kajaks oder Tretboote mieten – für etwa 10 bis 15 Euro pro Stunde lässt sich der See auf eigene Faust erkunden. Gerade ältere Kinder und Teenager finden Gefallen an dieser sportlichen Alternative. Das ruhige Wasser macht die Aktivität sicher und auch für weniger Geübte problemlos möglich.

Praktische Tipps für den budgetfreundlichen Familienurlaub

Anreise und Fortbewegung

Von Medellín aus erreicht ihr Guatapé in etwa zwei Stunden mit dem Bus. Die Fahrt kostet pro Person circa 4 bis 6 Euro und ist damit die kostengünstigste Option. Die Busse fahren vom Terminal Norte in Medellín ab und bringen euch direkt ins Zentrum von Guatapé. Während der Fahrt schlängelt sich die Straße durch abwechslungsreiche Landschaften – ein Erlebnis für sich.

Vor Ort lässt sich alles bequem zu Fuß erkunden. Das Dorf ist überschaubar, und selbst der Weg vom Zentrum zum Peñón beträgt nur etwa zwei Kilometer. Wer mit kleineren Kindern unterwegs ist, findet Tuk-Tuks, die für 2 bis 3 Euro die Strecke übernehmen. Diese bunten Dreiräder sind für Kinder ein zusätzliches Highlight.

Übernachtungsmöglichkeiten ohne Luxuspreise

Guatapé bietet ein breites Spektrum an Unterkünften, die sich hervorragend für Familien eignen. Kleine Gasthäuser und Hostels mit Familienzimmern findet ihr bereits ab 30 bis 40 Euro pro Nacht. Diese einfachen, aber sauberen Unterkünfte verfügen meist über private Badezimmer und liegen zentral. Viele Betreiber sind unglaublich gastfreundlich und geben gerne Tipps für Aktivitäten mit Kindern.

Eine Alternative sind Ferienwohnungen, die sich besonders für ein Wochenende lohnen. Für 50 bis 70 Euro findet ihr Apartments mit Küche, was die Verpflegungskosten deutlich senkt. Der lokale Markt bietet frisches Obst, Gemüse und Grundnahrungsmittel zu sehr günstigen Preisen – perfekt für ein gemeinsames Frühstück mit Blick auf die bunten Dächer.

Essen wie die Einheimischen

Die lokalen Restaurants und Straßenstände bieten authentische kolumbianische Küche zu familienfreundlichen Preisen. Ein komplettes Mittagsmenü mit Suppe, Hauptgericht, Saft und manchmal sogar Dessert kostet in den einfachen Lokalen etwa 5 bis 7 Euro. Diese „Menú del Día“ genannten Angebote sind nahrhaft, schmackhaft und bieten eine hervorragende Gelegenheit, typische Gerichte wie Bandeja Paisa oder Sancocho zu probieren.

Für Snacks zwischendurch empfehlen sich die mobilen Verkaufsstände, die gegrillten Mais, Empanadas oder süße Obleas anbieten – alles für 1 bis 2 Euro. Diese kleinen Köstlichkeiten machen das kulinarische Erlebnis komplett, ohne das Budget zu strapazieren.

Aktivitäten jenseits der Klassiker

Wer ein verlängertes Wochenende plant oder einfach mehr Zeit mitbringt, findet in der Umgebung weitere Attraktionen. Die nahegelegene Stadt El Peñol bietet einen authentischeren, weniger touristischen Einblick ins kolumbianische Landleben. Der Besuch dort kostet nichts außer der kurzen Busfahrt von etwa 1 Euro.

Wanderwege rund um den See führen durch üppige Vegetation und bieten immer wieder spektakuläre Ausblicke. Diese Touren sind kostenlos und lassen sich individuell gestalten – perfekt für Familien, die ihr eigenes Tempo bestimmen möchten. Denkt daran, ausreichend Wasser mitzunehmen, denn die Sonne kann im Januar überraschend intensiv sein, auch wenn die Temperaturen angenehm bleiben.

Zipline-Angebote über dem See bieten Nervenkitzel für mutige Familienmitglieder ab einem bestimmten Alter. Mit etwa 20 bis 30 Euro pro Person ist diese Aktivität etwas teurer, bleibt aber für besondere Momente durchaus erschwinglich. Der Adrenalinkick und die einzigartige Perspektive rechtfertigen die Investition allemal.

Die entspannte Atmosphäre Guatapés, kombiniert mit der atemberaubenden Naturkulisse und den erschwinglichen Preisen, macht das Dorf zu einem idealen Ziel für Familien, die im Januar dem Alltag entfliehen möchten. Die perfekte Mischung aus Abenteuer, Kultur und Entspannung sorgt dafür, dass jedes Familienmitglied auf seine Kosten kommt – und das, ohne das Reisebudget zu sprengen.

Würdest du 740 Stufen für diesen Ausblick erklimmen?
Klar bin doch nicht faul
Nur mit vielen Pausen
Mit Kindern unmöglich
Lieber unten bleiben
Gibt es einen Aufzug

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